Achtung, Narzissmus!

Narzissmus ist weit verbreitet. Der Team- und Unternehmenserfolg kann von Narzisst*innen unterschiedlich beeinträchtigt werden. K.I. erkennt das Verhalten.


Humorvoll, redegewandt, selbstsicher – kurzum eine Persönlichkeit, die die Aufmerksamkeit magnetisch auf sich zieht. Solch einem Menschen bist Du sicherlich auch schon in Deinem Berufsalltag begegnet. Trotz zahlreicher positiver Effekte, die narzisstische Personen auf ihr Umfeld ausüben können, fallen sie schnell durch ihre negative Wirkung auf: Der eigene Vorteil steht im Vordergrund, Mobbing und Schikane von Kolleg:innen sind nicht selten, aber auch arrogantes, rücksichtsloses und unkollegiales Verhalten steht häufig an der Tagesordnung.

Wenn Du Dir überlegst, wo Du diesen Menschen in Deinem Berufsleben angetroffen hast, stellst Du mit großer Wahrscheinlichkeit fest, dass es sich dabei um die eine oder andere Führungskraft gehandelt hat. Zu diesem Ergebnis kam auch die Studie “Narzissmus ist in Führungsetagen weit verbreitet”. Neben der Befragung von 9.918 Studienteilnehmer:innen haben 34 qualitative Telefoninterviews mit exponierten Führungskräften gezeigt, dass viele Befragte unmittelbare Erfahrungen mit Narzisst:innen in ihrer eigenen Karriere gemacht haben.

Narzissmus ist also in den Führungsetagen angekommen. Nicht nur “alte” Männer sind das Problem. Auch Frauen weisen diese Züge auf. Im Vergleich beider Geschlechter kann festgestellt werden, dass Männer in allen Altersgruppen durchschnittlich deutlich höhere Narzissmus-Werte aufweisen als Frauen.

Die Studie zeigt auch einen neuen Trend auf, der bisherige Auffassungen zu bestätigen scheint. So weisen junge Menschen, deren Altersgruppe vom Time-Magazin auch als Me-Me-Me-Generation bezeichnet wird, also Frauen und Männer unter 30 Jahren, in der Studie die stärksten narzisstischen Tendenzen auf. Heutige gesellschaftlich geschätzte Werte wie hohe Leistungsbereitschaft, Selbstdarstellung, individueller Wettbewerb und Machtstreben prägen vor allem die jüngeren Generationen. Globaler Wettbewerb und ständige Bewertbarkeit durch soziale Medien verstärken diesen Effekt.

Toxischer Narzissmus kann in allen Ebenen – nicht nur bei Führungskräften – verheerende Auswirkungen für Teams, deren Mitglieder und langfristig für Unternehmen bedeuten. Die negativen Folgen beeinflussen aber nicht nur finanzielle Aspekte einer Organisation. Welche Schäden in Firmen und in Teams durch Narzisst:innen verursacht werden können und wie eine KI dabei helfen kann, narzisstische Züge schneller zu identifizieren, zeigen wir im Folgenden.

Die negativen Folgen von Narzissmus für Unternehmen und Teams

In der deutschen Bevölkerung ist Narzissmus noch nicht weit verbreitet, das hat auch die Studie gezeigt. Im Durchschnitt weist die Gesellschaft hierzulande moderate Narzissmus-Werte auf.

Sobald Du Deinen Blickwinkel jedoch änderst und Deinen Fokus auf Führungs- und Spitzenpositionen richtest, bietet sich Dir ein ganz anderes Bild. Auch das spiegelt die Studie wider. Mit dieser Tatsache setzt sich auch eine Vielzahl von Fachbeiträgen aus dem Wissenschaftsbereich und Artikel von Karrieremagazinen auseinander.

Narzissmus ist längst kein unbekanntes Phänomen mehr. Die Auswirkungen, die narzisstische Tendenzen in Teams auslösen können, werden heutzutage jedoch unterschätzt, obwohl sie langfristige und negative Folgen für Unternehmen haben.

Wenn persönliche Ziele über Unternehmens- und Teamerfolg stehen

Der Drang nach Anerkennung und Aufmerksamkeit verleitet Narzisst:innen immer wieder dazu, ihre eigenen persönlichen Ziele zu priorisieren. Im Vordergrund steht der (kurzfristige) Erfolg, der Platz im Rampenlicht. Dieser Fokus beruht auch darauf, dass es Menschen mit narzisstischen Tendenzen schwerfällt, auf die Bedürfnisse der Mitmenschen einzugehen.

Kurzfristig können Narzisst:innen mit diesem Verhalten erfolgreich sein. Doch wenn auf Kolleg.innen und Mitarbeiter:innen langfristig nicht Rücksicht genommen wird, sind die Kollateralschäden auf der Teamebene sehr hoch. Erfolge des Teams schreibt sich der/die Narzisst:in selbst zu. Sobald etwas schief geht, haben jedoch die Mitarbeiter:innen und Kolleg:innen Schuld. Das Interesse kreist nur noch um den eigenen Erfolg. Das hat negative Auswirkungen auf die Mitarbeiterbindung und -zufriedenheit.

Dieses Fehlverhalten hat auch langfristige Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg. Narzisst:innen verlieren das Wesentliche aus den Augen und gehen große Risiken ein. Schlüsselpersonen können so bei ihrer eigenen Entfaltung gestört werden. Das Unternehmen droht, Fachkräfte zu verlieren.

Wenn es sich bei deinem/r Kolleg:in um eine narzisstische Führungskraft handelt, werden früher oder später die Kernelemente einer Organisation beeinflusst. In einem Unternehmen arbeiten Menschen gemeinsam, um etwas verwirklichen zu können, was sich allein nicht umsetzen lässt. Narzisst:innen untergraben diese Zusammenarbeit. Die Effektivität einer Organisation verringert sich damit. Entscheidungen, die weniger faktenbasiert und am Unternehmenserfolg orientiert, sondern im Hinblick auf den schnellen persönlichen Erfolg getroffen werden, bedeuten im schlimmsten Fall hohe Verluste und Umsatzeinbußen für das Unternehmen.

Remote-Work: Was passiert, wenn Informationen nicht weitergeleitet werden?

Das Verhalten von Narzisst:innen, nur die eigenen persönlichen Ziele zu verfolgen, hat aber auch Auswirkungen auf die Arbeitsweise. Informationen werden unter Umständen nur an die Kolleg:innen und Teammitglieder weitergeleitet, die beim Erreichen des eigenen Ziels nützlich sind. Wichtige Daten und Fakten landen nicht unbedingt dort, wo sie gebraucht werden. Die restlichen Teammitglieder werden handlungsunfähig, weil sie die Informationen für weitere Entscheidungen und Arbeitsschritte benötigen.

Ein Großteil der deutschen Unternehmen arbeitet derzeit mit seinen Mitarbeiter:innen im Home-Office. Remote-Work kann für narzisstische Führungskräfte ein optimaler Nährboden sein. Je nach Konstellation und Workflow fällt es ihnen hier leichter, Informationen nur gezielt weiterzugeben, den Informationsfluss zu blockieren und ihre Intrigen zu spinnen. Das lässt sich nur durch gute Team-Kommunikation aktiven Austausch zwischen den Kolleg:innen ausgleichen und verhindern.

Toxische Teamkultur: Wenn Narzissmus die Zusammenarbeit erschwert

Narzisst:innen versuchen sich ein Umfeld aus Ja-Sagern zu schaffen, da es ihnen so leichter fällt, ihre persönlichen Ziele zu erreichen. Kritische Feedbackgeber:innen werden entwertet, ignoriert – Informationen erhalten diese Personen unter Umständen nur unter erschwerten Bedingungen – und ausgegrenzt. Damit wird es einem Team aber auch verwehrt, sich weiterzuentwickeln und zu wachsen. Das führt zur bereits erwähnten Fluktuation von High Potentials. Die Teamkultur ist auch unmittelbar davon betroffen.

Narzisstische Menschen üben einen direkten Einfluss auf Richtlinien und Praktiken aus, die in einem Unternehmen vorherrschen. Leitlinien für Interessenskonflikte, ethisches Verhalten, die Zusammenarbeit im Team - all das wird ignoriert. Andererseits versäumen es narzisstische Führungskräfte oft, Mitarbeiter:innen auf Fehlverhalten, die gegen die üblichen gesellschaftlichen Normen verstoßen, hinzuweisen – in manchen Fällen findet dieses weniger kollaborative Verhalten sogar Anerkennung.

Aufgrund solcher Aktivitäten entsteht weiterer organisatorischer Schaden. Teams können so nicht zusammenarbeiten und es wird für sie schwieriger, gemeinsame Erfolge zu erzielen. Werden Mitarbeiter:innen die Möglichkeit genommen, zu lernen, zu wachsen und sich neues Wissen anzueignen, leiden die Fähigkeiten der Mitarbeiter:innen. Die Moral und das Selbstvertrauen eines Teams leiden zusätzlich, wenn eine narzisstische Führungskraft gemeinschaftliche Erfolge für sich beansprucht und Misserfolge in die Schuhe der Mitarbeiter:innen schiebt. Es entsteht eine toxische Teamkultur, die auch ökonomische Auswirkungen auf ein Unternehmen haben kann.

Betrug und Falschinformationen: Wenn Narzisst:innen es auf die Spitze treiben

Wenn es eine/n intervenierende/n Vorgesetzte/n gibt, der Deiner narzisstischen Führungskraft mithilfe von Unternehmensrichtlinien und Kontrolle Einhalt gebieten kann, kannst Du aufatmen. Steht der/die Narzisst:in weiter oben in der unternehmerischen Hierarchie, ist er/sie automatisch weniger angreifbar und kann sein/ihr Fehlverhalten weiter durchsetzen.

Narzisstische Facetten wie Größenwahn wäre bei von einem Narzisst:innen geführten Unternehmen eine realistische Option – verbunden mit einem hohen Risiko. Dieser Wahn könnte sich beispielsweise in einer aggressiven und äußerst waghalsigen Expansionsstrategie äußern. Die unternehmerischen Konsequenzen sind bei einem Misserfolg verheerend.

Auswirkungen könntest Du auch auf der zwischenmenschlichen Ebene beobachten. Geschäftspartner:innen, die widersprechen oder zu wenig Lob äußern, werden fallen gelassen und mit einem angehängten Skandal zur Tür hinausbefördert. Die Interessen der Mitarbeiter:innen werden ignoriert und bei Missfallen entlassen. Befinden sich narzisstische Personen in einer Position, die es ihnen erlaubt, frei zu handeln, sind Betrug und Falschinformationen also ein bewährtes Mittel, um die eigene Machtstellung zu sichern sowie Risikofaktoren zu entfernen.

Narzissmus mit der Hilfe von KI schneller erkennen

Ignorieren Unternehmen diese Vielzahl von Problemen, muss mit hohen Verlusten in mehreren organisatorischen Bereichen gerechnet werden. Eine Studie von McKinsey und Kienbaum kommt zum Schluss, dass bis zu 35 Prozent der Einstellungsentscheidungen falsch sind. Allein diese Kosten können sich für ein Unternehmen auf das Dreifache des Jahresgehalts der Zielposition belaufen.

Bei Personalauswahlverfahren wird seit Jahrzehnten versucht, mit Persönlichkeitstests solche Persönlichkeiten (rechtzeitig) zu identifizieren, um organisatorische Negativfolgen zu vermeiden. Doch diese Tests untersuchen nur die grundlegenden Merkmale einer Person. Mit dem unternehmerischen Erfolg lassen sich diese nur schwer in Korrelation bringen. Da sich diese Tests auf Eigenangaben der Teilnehmer:innen stützen, sind sie anfällig für Manipulation.

Mithilfe von Zortify und seiner künstlichen Intelligenz ist es nicht nur möglich, narzisstische Charaktereigenschaften, wie übersteigertes Selbstbewusstsein, Streben nach Dominanz oder Überschätzen der eigenen Fähigkeiten, zu bestimmen. Es wird also nicht nur der helle Dreiklang (engl. „bright triad of personality“) – auch „unternehmerisches Kapital genannt – berücksichtigt, sondern auch die drei Dimensionen der dunklen Triade (nach Delory Paulhus) gemessen.

Auf diese Weise werden alle Eigenschaften in Betracht gezogen, die unternehmensschädigend sein können. Psychopathie, Narzissmus und Machiavellismus ergeben hier zusammen das sogenannte „zerstörerische Potential“. Im Rahmen des von Zortify gewählten Ansatzes ist unter Psychopathie eine Persönlichkeitstendenz zu verstehen, die sich durch dissoziales, aneckendes und nicht auskömmliches Verhalten auszeichnet. Oft hervorgerufen durch einen von Extremen geprägten Lebensstil.

Eine so geprägte Führungskraft würde beispielsweise ihre Karriereambitionen schonungslos ausleben. Machiavellismus beschreibt ein intrigantes und rücksichtsloses Streben nach Macht. Dieses Verhalten ist losgelöst von jeglichen moralischen und ethischen Prinzipien. Mitarbeiter:innen in der Führungsebene mit starker Ausprägung dieses Persönlichkeitsmerkmals sind bereit, zugunsten des Erreichens oder Erhaltens von Macht auf Rücksicht oder ethische Prinzipien zu verzichten. Für den eigenen Vorteil schrecken sie vor nichts zurück.

Die genannten Charakterzüge, gepaart mit Skrupellosigkeit, sind auch heute für viele Mitarbeiter:innen von Unternehmen entscheidend für den Berufs- und Unternehmenserfolg. Die überdurchschnittlichen Ausprägungen der Merkmale der dunklen Triade sind bei Führungskräften, aber auch im gesamten Leadership-Bereich, teilweise stark vertreten. Zerstörerisches Potential besitzt aber jeder Mensch.

Zortify ergänzt die Daten einer zuvor durchgeführten Selbstbewertung durch Textanalyse. Ein Algorithmus, der mit Künstlicher Intelligenz trainiert wird, lässt Erkenntnisse aus der Analyse des gesprochenen oder geschriebenen Textes des Ziels in die Bewertung einfließen, die dabei nicht manipuliert werden kann. Entscheidungsträger:innen werden so in die Lage versetzt, eine bessere Auswahl an Kandidat:innen zu treffen.

Unternehmenserfolg durch den gezielten Einsatz von KI schützen

Persönlichkeiten mit narzisstischen Tendenzen begegnen Dir im Berufsleben auf allen Hierarchieebenen. In absehbarer Zukunft wird dies immer häufiger der Fall sein, da jüngere Generationen hohe Narzissmus-Werte aufweisen. Das hat auch die Studie gezeigt.

Wenn Unternehmen nicht rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, können Narzisst:innen viele Probleme für ihre Mitarbeiter:innen und Fachkräfte verursachen. Daneben ist auch mit einem hohen organisatorischen Schaden zu rechnen.

Um diesen Problemen rechtzeitig entgegenzuwirken, müssen narzisstische Merkmale schnellstmöglich identifiziert werden. Zortify kann Entscheidungsträger:innen bei diesem Prozess unter die Arme greifen, diesen beschleunigen und vor Manipulation schützen.

Du willst mehr über Zortify und die vorgestellte Lösung erfahren? Dich hat die Künstliche Intelligenz neugierig gemacht? Dann vereinbare einen Informationstermin. Hier werden all Deine Fragen beantwortet.

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